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Schornsteinfeger heute. Quelle: Wikipedia Schornsteinfeger 1850. Quelle: Wikipedia

Sehr bald erkannte man, dass die Gefahren und Hauptursachen für die Brände von den verschmutzten Rauchfängen ausgingen, und wie lebensnotwendig es war, diese zu reinigen. Die Kehrung der "Feuerstätten und Kamine" wurde das erste Mal im Jahre 1221 vom Babenbergerherzog Leopold II. per Edikt anbefohlen.
Kein Wunder also, dass gerade der heilige Florian, der Helfer in Feuersnöten, zum Schutzpatron des Rauchfangkehrerberufs auserkoren wurde.
Zum ersten Mal als Mitglied der "Feuerbeschau" wird der Rauchfangkehrer bereits 1462 in einem bayrischen Dokument erwähnt. Der Berufsstand Rauchfangkehrer ist bis heute ein "Ordnungs- und Sicherheitsberuf".

Kaiser Maximilian I. veranlasste am 19. Oktober 1512, dass der erste Rauchfangkehrer in Wien ansässig wurde. Etwa zur gleichen Zeit erhielt ein Schlotfeger in Frankfurt am Main die vertragliche Zusicherung, dass ihm bei seiner anbefohlenen Berufsausübung kein Fremder hinderlich sein durfte - der erste geschützte Kehrbezirk entstand.
In Wien gab es im Jahre 1654 bereits sieben Rauchfangkehrermeister, die 1664 eine Eingabe zur Verleihung einer Ordnung an den Magistrat machten. Diese Ordnung wurde am 8. Juli 1673 von Kaiser Leopold bestätigt, somit war die Zunft der Rauchfangkehrer unter dem Zunftältesten Matheo Batz geboren.

Die Leopoldinische Feuerordnung vom Jahre 1688 brachte hinsichtlich vorbeugenden Brandschutz die ersten, auch heute noch gesetzlich einzuhaltenden Auflagen:

  • Verbot der Einmauerung von Holzteilen in Rauchfängen
  • Regelmäßige Reinigung
  • Eine vierteljährliche Feuerbeschau

Die Leopoldinische Feuerordung wurde im Jahre 1759 von der Theresianischen Feuerordnung abgelöst. Weiters wurde unter der Regentschaft von Kaiserin Maria Theresia 1759 die erste Gewerbeordnung erlassen. Im Jahre 1817 wurde eine neue Feuerordnung für Wien proklamiert.
1829 gab es die erste Bauordnung für Wien und deren Vorstädte.
1883 musste im Falle einer gebietsweisen Abgrenzung auf einen im Kehrgebiet ansässigen Rauchfangkehrer zurückgegriffen werden.
1840 wurden die zuvor meldepflichtigen engen Rauchfänge, auch russische Fänge genannt, das erste Mal zugelassen.
Nach dem Krieg konnte Österreich wieder auf den Landkarten eingezeichnet werden. Wurde 1946 die Handelskammer (Heute: Wirtschaftskammer) erneut gegründet.
Bis heute hat jedes Bundesland seine eigene Landesinnung, deren Dachverband die Bundesinnung ist. Somit spannt sich die Geschichte der Rauchfangkehrer vom frühen Mittelalter bis ins 3. Jahrtausend. Heute ist der Rauchfangkehrer Techniker und Fachmann für Brandschutz Luftreinhaltung und Energieberatung.
Ein typischer Sicherheitsberuf im Dienste der Allgemeinheit, der heute mehr Berechtigung, Aufgabengebiete und Aktualität hat, denn je. Rauchfangkehrer sind heute für Brand-, Umwelt- u. Klimaschutz im Dienste der Allgemeinheit tätig, und somit nach wie vor lebendiges Beispiel eines praktischen und modernen Glücksbringers.

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